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Kurzgeschichten

Im Gasthof zur geredeten Wendung

Eine Geschichte mit sprichwörtlich vielen Wendungen

 

Dort wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und wo man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, genau dort befindet sich der Gasthof  "Zur geredeten Wendung".  Es knallen auch heute wieder die Korken, denn Feste muss man Feiern wie sie fallen!


Als in der Küche wie immer zu viele Köche den Brei verderben und der Hilfskoch die Erbsen zählt, tritt der Kellner unerwartet ins Fettnäpfchen, hält seine Hand ins Feuer und geht anschliessend mit Ach und Krach die Wände hoch.


"Keine Angst, der hat einen dicken Schädel", meint Hans, der gerade seinen Senf dazu gibt und dabei so richtig auf die Tube drückt. "Da haben wir den Dreck", denkt sich die beleidigte Leberwurst, die lieber alleine im Mittelpunkt steht.


Schorschel haut gerade das junge Gemüse in die Pfanne. Sobald alles in Butter ist, heizt er dermassen ein, dass der Kohl dampft - aber er lässt nichts anbrennen! Der Artischocke wird ganz warm ums Herz.


Nun riecht auch Adam Riese den Braten! Er hat ein Loch im Bauch und nagt bereits am Hungertuch. Während dessen lebt seine Begleitung von der Hand in den Mund. Tia, man isst, was man ist und gut Ding will Weile haben. Die Blumen sind im Bilde!


Abwarten und Tee trinken, denkt sich die Dame an Tisch sieben mit dem Klotz am Bein. Das ist aber ein dicker Hund! Was der wohl ausgefressen hat? Wohl eine Extrawurst - jedenfalls kriegt er mit Sicherheit häufiger sein Fett weg.


Plötzlich krachts im Gebälk!!! Ein Ankömmling fällt mit der Tür ins Haus. Eine gewichtige Persönlichkeit, die am Boden zerstört ist, nachdem sie komplett durchgeknallt war. Dann rappelt sich der Unglücksrabe wieder auf. Dieses Mal ist er mit einem blauen Auge davon gekommen. 

 


Wieder auf den Beinen hat er einen Mordshunger und bestellt sich gleich einen Hahn im Korb. Ihm läuft das Wasser im Mund zusammen. Im Handumdrehen kriegt er von der Wirtin einen Korb mit allem drum und dran. Da freut er sich wie ein Honigkuchenpferd und verschlingt den Vogel mit Haut und Knochen. 


Was für ein Drama um den Gast an Tisch vier! Herr Huber hat nen Frosch verschluckt und niemand konnte ihm das Wasser reichen. Er kriegt nen dicken Hals. Da muss er die Kröte wohl schlucken. So ist das halt, wenn man den Hals nicht voll genug kriegen kann.


Inzwischen möchte Herr Pfanner an Tisch acht den Löffel abgeben. "Du kannst Dir hier Appetit holen, gegessen wird aber zu Hause", sprach seine Gemahlin davor Klartext. Das Leben ist kein Zuckerschlecken.


Herr Talfahrt an Tisch fünf ist abgestürzt, als er einen weiteren Absacker bestellte. Das lässt den Typen am Tisch dahinter jedoch kalt. Der hängt schon länger hier rum. Als er sich was Knackiges gönnen wollte, liess ihn seine Frau hängen und ist einfach verduftet.


Derweil brodelts in der der Küche. Der Chefkoch lässt nun richtig Dampf ab. Er kocht zwar auch nur mit Wasser, jedoch immer sein eigenes Süppchen - klar wie Klosbrühe, aber mit Hirn. Ob er die wohl selber auslöffelt? 


Frau Blum mag alles im grünen Bereich. Fleisch ist ihr Wurst und auch Käse ist nicht das gelbe vom Ei. Da hat sie den Salat. Sie betrachtet die Radieschen von unten und kann danach getrost ins Gras beissen.


In der Küche werden die Ärmel nochmals hochgekrempelt. Als Nachtisch winkt eine goldene Ananas, die noch ordentlich durch den Kakao gezogen wird, bevor sie dem Koch auf den Keks geht und eiskalt abserviert werden kann.  


"Könnten Sie mir reinen Wein einschenken", fragt Herr Sommersby, der schon ordentlich einen Sitzen hat. "Sie werden doch noch ein Fass aufmachen"? Er lebt für gewöhnlich alleine wie ein Einsieder und möchte nun mal wieder mit einem Kater aufwachen.


Hans im Glück hat einen tollen Hecht aufgegabelt und - das Auge isst mit. 


Der Gast ist der König und er hat in diesem Fall auch schon ordentlich einen an der Krone. Nun möchte er den Thron besteigen. Die Kellnerin bringt ihn um die Ecke. Dort lässt er sich den Abend nochmals durch den Kopf gehen. 


"Bedienung!!! - ich sehe schwarz. Dieses Glas ist halb leer!", meckert ein Gast. Die Serviceangestellte erwidert prombt mit spitzer Zunge: "damit Sie den Mund nicht zu voll nehmen. Vorsorge ist besser als Nachsicht."


Sie wendet sich dem Nebentisch zu und fragt: "Soll ich die Rechnung ohne den Wirt machen und alles auf eine Karte setzen?".  Frau Hinz erwidert: "Das nehmen wir in Kauf, aber lieber für bare Münze". Sie will wohl nicht die Arschkarte ziehen.


"Hahaha...Kleider machen Leute", denkt sich Freddy der Kellner, denn Herr Fröhlich trägt heute wieder die Spendierhosen und gibt sein letztes Hemd, bevor er sich in den Mantel des Schweigens hüllt und sich auf die Socken macht. Er ist am Ende. 


ENDE

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